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21.03.2010

Ganztagsschulen, Rentenmodell und Dekanatsreform - Diözesanrat beschäftigte sich in Roth mit zahlreichen Themen

Frühjahrsvollversammlung des Diözesanrats der Katholiken im Bistum Eichstätt

Eichstätt/Roth (pde) – „Qualität vor Quantität“ fordert der Diözesanrat der Katholiken des Bistums Eichstätt im Zuge der weiteren Entwicklung von Ganztagsschulen in Bayern. Bei der Frühjahrsvollversammlung des obersten Laiengremiums der Diözese Eichstätt im mittelfränkischen Roth unterstützten die Delegierten aus den Dekanaten und Verbänden das Anliegen der bayerischen Staatsregierung zum weiteren Ausbau der Ganztagsschulen, verknüpften diese Zustimmung jedoch mit einer ganzen Reihe von Forderungen. Weitere Themen der Versammlung waren das Rentenmodell der katholischen Verbände, der Stand des Klimaschutz-Projekts des Bistums Eichstätt, die Ergebnisse der Pfarrgemeinderatswahlen sowie Informationen zum 2. Ökumenischen Kirchentag in München. Generalvikar Johann Limbacher gab Auskunft zum Stand der Überlegungen bezüglich einer Dekanatsreform. Bischof Gregor Maria Hanke feierte zum Abschluss der Tagung mit den Delegierten die Vorabendmesse in der Rother Pfarrkirche.

Der Diözesanrat der Katholiken im Bistum Eichstätt unterstützt das Anliegen des Bayerischen Kabinetts, in Bayern ein flächendeckendes Angebot an Ganztagsschulen zu schaffen. In einem mit großer Mehrheit verabschiedeten Beschluss stellten die Delegierten jedoch eine ganze Reihe konkreter Forderungen auf. So sei etwa die gebundene Form der Ganztagschulen besonders zu fördern, damit sich diese zu einem pädagogisch gehaltvollen Lebensraum für Kinder und Jugendliche entwickeln könne. Hierzu bedarf es neben der Ausarbeitung entsprechender Konzeptionen vor allem auch erhebliche Finanzmittel für die Personal-, Sach- und Raumausstattung an den Ganztagsschulen.

Der Diözesanrat der Katholiken informierte sich ferner über das Rentenmodell der katholischen Verbände. Dieter Wagner, der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft
Christlicher Arbeitnehmerorganisationen (ACA) in Bayern stellte das Konzept vor, welches hauptsächlich von der Katholischen Arbeitnehmerbewegung (KAB), der Katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd), dem Familienbund der Katholiken (FDK), sowie dem Kolpingwerk und der Landvolkbewegung entwickelt wurden. Es sieht einen Umbau des jetzigen Rentensystems in drei Stufen vor. Zu einem steuerfinanzierten existenzsichernden Sockelbetrag von etwa 400 Euro kommt die Arbeitnehmer-Pflichtversicherung, die sich im wesentlichen an der derzeitigen gesetzlichen Rentenversicherung orientiert. Als dritte Stufe ergänzt die betriebliche und private Altersvorsorge die Absicherung im Alter.

Generalvikar Johann Limbacher stellte die anstehende Strukturreform der Dekanate in den Mittelpunkt seines „Berichts der Bistumsleitung“. Angesichts des durch die demographische Entwicklung absehbaren Rückgangs der Katholiken in den nächsten Jahrzehnten wird die derzeitige kleingliedrige Pfarreienstruktur nicht aufrecht zu erhalten sein. Mit der Gründung der 52 Seelsorgeeinheiten in den letzten Jahren sei hier schon ein Anfang gemacht. Die sogenannte „mittlere Ebene“ zwischen den Seelsorgeeinheiten und der Diözesanebene soll künftig in erster Linie der Förderung und Unterstützung der Seelsorgeeinheiten dienen. Dies könne einerseits durch Ausbildung und Begleitung des ehrenamtlichen Engagements geschehen, andererseits aber auch durch professionelle Unterstützung der Kirchenstiftungen etwa im Bereich der Kindertagesstätten und im Immobilienmanagement. Die Errichtung von Dekanatsbüros zur Entlastung des Dekans und der Umsetzung der wichtigsten programmatischen Punkte geht dabei nicht ohne hauptamtliches Personal. Die „Mittlere Ebene“ sieht Limbacher als „Kompetenzzentrum im seelsorglichen Bereich.“


Ein Videobericht über die Vollversammlung des Diözesanrats ist verfügbar.