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27.09.2025

Diözesanrat diskutiert engagiert über Partizipation und Strukturveränderungen

Eichstätt. (pde) – Mit intensiven Diskussionen und spürbarem Engagement hat die Vollversammlung des Diözesanrats des Bistums Eichstätt am Wochenende über Fragen kirchlicher Teilhabe und aktuelle Strukturveränderungen beraten. Während der erste Tag am Freitag von informativem Austausch geprägt war, führten die Beratungen am Samstag zu kontroversen Debatten über den weiteren Kurs des Bistums.

Im Mittelpunkt des Auftakts am Freitag standen Berichte aus verschiedenen kirchlichen Beratungsdiensten, die mit praxisnahen Einblicken verdeutlichten, wie Kirche Menschen in unterschiedlichsten Lebenssituationen begleitet. Auch der Vorsitzende der Unabhängigen Aufarbeitungskommission des Bistums, Peter Grimm, stellte den Mitgliedern den aktuellen Stand der Arbeit der Kommission im Bereich sexualisierter Gewalt vor.

Vorstellung von Beteiligungsgremien

Am Samstagvormittag rückte das Thema Partizipation in den Fokus. Roland Schwab, Mitglied des Diözesanratsvorstands, berichtete über die Arbeit der vom Diözesanrat eingerichteten Arbeitsgruppe Partizipation. In ihr arbeiten Vertreterinnen und Vertreter aus den Gremien des Bistums sowie Mitarbeitende des Bischöflichen Ordinariats zusammen, um gemeinsam ein synodales Beratungsgremium zu entwickeln.
Der Entwurf für die Satzung des geplanten „Diözesanforums“ wurde an diesem Tag erstmals vorgestellt. Schwab bezeichnete das Forum als „Novum, da es alle Gremien zusammenführt und eine Plattform zum Austausch ermöglicht“. Der Zeitplan für die Weiterentwicklung und Einbeziehung der Pfarreien wurde aufgrund der Sedisvakanz angepasst, doch die Vorbereitungen laufen weiter. „Es gibt keinen Grund zu zweifeln, dass wir das durchziehen“, betonte Schwab mit Blick auf das Ziel, kirchliche Mitwirkung auf eine breitere Basis zu stellen.

Eine gute Grundlage für das geplante Forum bilde der Bistumsrat, erklärte Schwab. Domkapitular Michael Alberter, Ständiger Vertreter des Diözesanadministrators, stellte das Gremium als synodales Übergangsgremium vor. „Der Bistumsrat und seine Satzung waren eine Steilvorlage, an der wir uns gut anlehnen konnten“, sagte Schwab als Vertreter der Arbeitsgruppe.
Mit der Einrichtung des Bistumsrats schafft das Bistum Eichstätt für die Zeit bis zur Ernennung eines neuen Bischofs eine verbindliche Struktur, um die Mitwirkung und Teilhabe der Gläubigen an wichtigen Entscheidungsprozessen zu stärken. Alberter bezeichnete den Rat als „Übungsfeld und Erfahrungsraum“ für synodales Handeln. Die Satzung tritt zum 1. Oktober in Kraft. Die Vollversammlung wählte für den Diözesanrat vier Delegierte in dieses Gremium: Eva Gottstein, Renate Großhauser, Albert Pfaller und Roland Schwab.

Debatte um geplante Umstrukturierungen

Nach der Mittagspause wandelte sich die Atmosphäre spürbar. Die Beratungen über die geplanten Umstrukturierungen bei den Dekanatsbüros und Jugendstellen führten zu einer intensiven und teils emotional geführten Debatte. Anlass war, dass die Maßnahme von der Ordinariatskonferenz entschieden wurde, ohne zuvor den Diözesanrat oder betroffene Gruppen einzubeziehen.

Benedikt Rodler, Leiter der Abteilung Seelsorge und Evangelisierung, erläuterte den Verlauf der Umstrukturierung seit der letzten Diözesanratsvollversammlung im März. Seither habe es zahlreiche Gespräche und Workshops mit hauptberuflichen Mitarbeitenden und Ehrenamtlichen aus der Jugendarbeit gegeben. Viele Wortmeldungen spiegelten dennoch Unverständnis und Enttäuschung über das Vorgehen wider. Trotz des engagierten Austauschs zeichnete sich keine Annäherung der Positionen ab.
Michael Alberter betonte, dass der Prozess der Umstrukturierung noch nicht abgeschlossen sei: „Wir werden den Verlauf der Umstrukturierung, so wie auch in den vergangenen Monaten, stets an den Gegebenheiten und Rückmeldungen anpassen und sicher auch im Bistumsrat besprechen.“

Zum Abschluss der Vollversammlung wurden die Entwicklung im weltkirchlichen Engagement, der bevorstehende Relaunch der Bistumshomepage sowie die nächsten wichtigen Termine vorgestellt. Die nächste Vollversammlung des Diözesanrats findet im März 2026 statt.