Zum Inhalt springen
11.05.2011

Immer mehr Kirchengemeinden setzen auf Ökostrom

Naturstrom

Der Umweltbeauftragte der Diözese Eichstätt, Dr. Andreas Thiermeyer, hat auch das von ihm geleitete Diözesanjugend-, Bildungs- und Tagungshaus Habsberg auf Ökostrom umgestellt.

Die Pfarrei Nassenfels ist eine von vielen Pfarreien im Bistum Eichstätt, die bereits Ökostrom beziehen. Kirchenpfleger Stefan Harrer und Pfarrer Martin Penkalla verweisen auf einen entsprechenden Aufkleber am Eingang des Pfarrbüros.

Sechs junge Männer und Frauen der ghanaischen Jugendorganisation COSRA sind derzeit zu Gast beim BDKJ im Bistum Eichstätt. In der Firma von Thomas Adamec (Dritter von rechts) erfahren sie viel über das Recycling von Elektroschrott. pde-Foto: Anika Taiber

Die Energiewende im Bistum Eichstätt hat bereits vor der Atomkatastrophe von Fukushima begonnen. Rund 80 Kirchenstiftungen der Diözese haben innerhalb eines Jahres auf Ökostrom umgestellt.

Eichstätt. (pde) - Die Energiewende im Bistum Eichstätt hat bereits vor der Atomkatastrophe von Fukushima begonnen. Rund 80 Kirchenstiftungen der Diözese, die für die Verwaltung von Pfarreien und anderen kirchlichen Einrichtungen verantwortlich sind, haben innerhalb eines Jahres auf Ökostrom umgestellt, weitere erwägen einen Wechsel, teilt das Umweltreferat der Diözese Eichstätt mit.

Auslöser für den Stromwechsel seien ein wachsendes Umweltbewusstsein in den Pfarreien und ein Rahmenvertrag zwischen dem Ökostromanbieter Naturstrom und der Diözese Eichstätt. Von März 2010 bis März 2011 haben rund 80 Kirchenstiftungen des Bistums dieses Angebot wahrgenommen und somit fast 1 Million Kilowattstunden (kWh) Ökostrom bezogen, geht aus einer Zwischenbilanz hervor.

Mit dem Rahmenvertrag habe die Diözese bereits vor einem Jahr die richtigen Weichen gestellt. „Ein guter Anfang wurde bereits im ersten Vertragsjahr gemacht, aber es könnten noch mehr kirchliche Einrichtungen zu klimaschonendem Strom wechseln“, sagt Umweltreferentin Lisa Amon. Dabei sollte darauf geachtet werden, dass der Anbieter Strom aus neuen, regenerativen Kraftwerken liefert und zudem unabhängig von der Atom- und Kohlestromwirtschaft ist und die eigene Geschäftspolitik zu 100 Prozent erneuerbare Energien unterstützt. Laut Amon erfüllen zurzeit neben Naturstrom aus Düsseldorf noch die Elektrizitätswerke Schönau, Greenpeace Energy und Lichtblick diese Kriterien.

Der Vertrag des Bistums mit Naturstrom läuft bis Ende 2011. In den kommenden Monaten stehen Verhandlungen über eine Vertragsverlängerung an. Das Umweltreferat möchte durch Beratungen weitere Kirchenstiftungen zum Umstieg motivieren. „Angesichts der Katastrophe von Fukushima setzen kirchliche Einrichtungen ein gutes Zeichen, wenn sie sich mit dem Thema Ökostrom beschäftigen und den Wechsel vollziehen“, sagt Amon. Der Stromwechsel lohnt sich in der Regel auch finanziell, wie Kirchenpfleger bestätigen. „Für die Umwelt rechnet es sich sowieso“, betont Amon.

Der Rahmenvertrag mit Naturstrom ist Teil einer umfangreichen Umweltinitiative des Bistums Eichstätt. Dazu gehören Maßnahmen und Modellprojekte im KLJB-Bildungshaus Fiegenstall, im Jugendhaus Schloss Pfünz und im Kloster Rebdorf, die 2001 vom Diözesanrat eingebrachten Umweltleitlinien und ganz aktuell die Erstellung eines Klimaschutzkonzeptes für die Diözese Eichstätt sowie die Einrichtung des Umweltzentrums Habsberg.